10.12.2015 - Hinterer Bruch

Im Dezember haben wir uns am Vogelpark in Heppenheim getroffen und sind von dort in den Hinteren Bruch gegangen, einem wunderschönen und facettenreichen Naturschutzgebiet.

Schön nebelig war es von Anfang an an diesem Nachmittag im Dezember. Das hat den Hinteren Bruch gleich ein bisschen unheimlich erscheinen lassen. Auf dem Weg hinein haben wir schon umgewühlte Erde gesehen, wo die Wildschweine nach Nahrung gesucht haben. Und ein paar kleine Tümpel, in denen im Frühjahr verschiedene Amphibien ihren Laich ablegen, die im Moment aber ganz schön trocken sind. 

Das ist nicht weiter schlimm, bzw. sogar von Vorteil, weil sich so keine Prädatoren (Räuber) wie Libellenlarven oder Fische, die eventuell den Laich fressen würden, darin halten können.

Zu dem Hinteren Bruch gehören auch noch eine trockene Kiesfläche, die heute völlig im Nebel liegt, und eine große Schlffläche, die naturgemäß ziemlich feucht-sumpfig ist. 

Günther erklärt uns, dass hier vor langer Zeit einmal der Neckar entlang geflossen ist und ein tiefliegendes, feuchtes Gebiet hinterlassen hat. Die unterschiedlichen Lebensraumtypen im Naturschutzgebiet sind entstanden, als die Stadt Heppenheim vor einigen Jahrzehnten angefangen hat, erst Kies aus dem Teil des Bruchs herauszuholen, wo heute der Bruchsee ist, und dann die sumpfigen Gebiete drumherum aufzufüllen, um das Land trocken zu legen und nutzbar zu machen.

Da gerade die sumpfigen Schilfflächen sehr vielen Vogelarten ein zuhause bieten, hat der NABU sich sehr dafür stark gemacht, die Flächen zu erhalten. Seit der Zeit kümmert sich die NABU-Ortsgruppe Heppenheim um den Erhalt und das Fortbestehen dieses Naturschutzgebiets.

Bevor es dunkel wird, wollen wir noch ein bisschen fleißig sein: die Nistkästen, die hier überall auf dem Gelände verteilt sind, müssen vor dem Winter noch gereinigt werden. Das ist wichtig, weil die Vögel im Laufe des Sommers Ungeziefer, wie kleine Milben, in ihre Nester mitgebracht haben. Diese saugen Blut und können die Vögel ganz schön piesacken. Deshalb entfernen wir die alten Nester und mit ihnen alles, was nicht in die Kästen hinein gehört. Außerdem macht es Spaß, anhand der Nester herauszufinden, wer  dort gebrütet hat!

Gleich am ersten Kasten wird es interessant: das Nest ist mit vielen Federn ausgepolstert, die alle in eine Richtung zeigen und zur Rückwand des Kastens hin ein wenig nach oben stehen. Das deutet sehr darauf hin, dass in diesem Kasten ein Spatzenpaar gebrütet hat. Lustig ist, dass in dem Kasten eine gelb-rote Feder ist. Die haben die Spatzen bestimmt im Vogelpark nebenan gefunden.

Auch ein Meisennest finden wir. Meisen bauen ihre Nester mit viel Moos. Manchmal findet man auch mehrere Nester übereinander. Dann hat der Kasten wohl den Bewohner gewechselt. In meinem Kasten vor dem Küchenfenster hat in einem Jahr mal eine Kohlmeise angefangen, ein Nest zu bauen, dann kam eine dicke Hummel und hat die kleine Meise vertrieben. Als es dann noch mal kalt wurde, ist die Hummel wieder verschwunden und anschließend hat eine Blaumeise ihr Nest obendrauf gebaut und mindestens sechs Küken ausgebrütet. Ich hatte das Glück, dabei zu sein, als sie ausgeflogen sind und konnte die muntere Familie noch ein bisschen beobachten.

Besonders unappetitlich ist das Nest der Stare. Die kacken nämlich hemmungslos alles voll. Das sieht man dem Kasten schon von außen an - sogar am Einflugloch läuft da schon der Dreck runter. Und Günther erhält umgehend das Verbot, seine Hände später noch in die Keksdose zu stecken.

Als es dunkel und kalt wird, machen wir uns erstmal ein wärmendes Feuer an und stellen Apfelsaft und Kinderpunsch in die Flammen, mit dem wir uns dann aufwärmen können.

Außerdem haben wir Fackeln und alte Stalllaternen mitgebracht, die wir anzünden, als es vollständig dunkel ist. Damit den Hinteren Bruch zu erkunden macht einfach riesigen Spaß!

Am Ende gab es dann noch einen kleinen Weihnachtsgruß für jeden. Und vor allem einen Ausblick auf das nächste Jahr!

 

Mit den Erlachfüchsen wollen wir im nächsten Jahr ein bisschen mehr in den praktischen Naturschutz einsteigen.  Der Hintere Bruch eignet sich besonders gut dafür, denn hier finden sowohl zahlreiche Amphibien (Frösche und Kröten) und Reptilien (Eidechsen und Ringelnattern), als auch sehr interessante Vogelarten  einen Lebensraum. Außerdem gibt es jede Menge Fledermäuse, faszinierende Insekten und einige Pflanzen, die wir uns nicht nur anschauen wollen, sondern für die wir „etwas tun“ wollen!

 

Deshalb wird unser Treffpunkt im nächsten Jahr der Parkplatz am Vogelpark sein. Bei schlechtem Wetter dürfen wir Unterschlupf  in der Gaststube suchen und dort basteln, werkeln, Ideen sammeln und austauschen. Bei gutem Wetter gehen wir raus in das Naturschutzgebiet und entdecken, beobachten und erfahren was dort lebt und lernen wie wir der Natur am besten helfen können.

 

Wir freuen uns schon sehr auf das nächste Jahr und hoffen, dass ihr wieder dabei seid! Die Termine erfahrt ihr auf unserer Webseite sobald das Programm steht. Außerdem werde ich natürlich wieder eine Infomail rumschicken. Im Januar wird es keinen Termin geben, denn da sind zum Teil ja noch Ferien, aber im Februar legen wir dann mit neuen Ideen los.

Bis dahin wünschen wir euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

Hier könnt ihr nochmal unseren Weihnachtsgruß hochladen :-):
Erlachfuchs-Weihnachtsgruß.pdf
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Hier könnt ihr euch noch einmal alle Bilder ansehen, die Nico bei diesem Treffen gemacht hat:

Bilder: Nicolas Chalwatzis

Text: Doris Heller

Der Kreisverband Bergstraße ist eine Untergliederung des NABU Landesverbandes Hessen.

Fotowettbewerb 2017

Wir suchen bis zum 31.10.2017 die schönsten Bilder am 

Steyschen Vogelfutterrahmen.

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