10.09.2015 - Feuer

Im September haben wir uns damit beschäftigt, Feuer zu machen. Heutzutage ist das recht einfach, wir nehmen einfach Feueranzünder und ein Streichholz oder Feuerzeug, und schon haben wir immerhin schon mal eine Flamme. Wie aus der dann ein richtiges Lagerfeuer wird, ist an manchen Tagen noch mal eine andere Sache - wenn es stürmt oder regnet, oder das Holz, das man anzünden man anzünden möchte, nass ist, ist auch das eine Herausforderung. Aber noch viel schwieriger ist es, so ganz ohne moderne Hilfsmittel ein Feuer zu entfachen.


Bevor es mit dem Feuermachen losging, habe ich euch noch eine Überraschung mitgebracht: von einem Freund habe ich einen Waldkauz bekommen, der sich in einer Brombeerhecke verfangen hatte, und dort verendet ist. Dadurch, dass der Sommer so heiß und trocken war, ist er nicht verwest, sondern getrocknet und mumifiziert. Es ist beeindruckend, wie weich der Vogel ist. Aber vorsicht bei den Krallen! Als Greifvogel ist der Waldkauz mit messerscharfen Werkzeugen ausgestattet. Als ich ihn in die Tüte zurückgesteckt habe, bin ich nur ganz leicht an eine der Krallen gekommen und hatte gleich einen Schnitt im Finger. Von den hübschen Federn durfte am Ende jeder eine mitnehmen.

Wenn ihr draußen unterwegs seid beachtet bitte, dass man ein totes Tier nicht einfach anfassen sollte, denn zum Einen weiß man oft nicht, woran das Tier gestorben ist, und zum Anderen wird beim Verwesungsprozess Gift freigesetzt. Ein Tier, das normal verwest, stinkt allerdings auch so erbärmlich, dass kaum jemand auf die Idee käme, freiwillig auch nur in die Nähe zu gehen. Von dem getrockneten Waldkauz geht dahingehend keine Gefahr aus, aber auch der kann alles mögliche im Gefieder kleben haben. Deshalb haben wir uns auch die Hände gewaschen, nachdem wir ihn angefasst haben.

Nachdem der Waldkauz wieder verstaut war, ging es endlich mit dem Feuermachen los. Nico hat uns zunächst demonstriert, dass wir auch mit den schönsten Streichhölzern kein solides Holzstück entzünden können. Vielmehr brauchen wir für die ersten Flammen dünne, trockene Ästchen, trockenes Gras oder ähnliches. Und wenn diese dann brennen, könne wir nach und nach dickeres Brennmaterial auflegen, so lange, bis wir ein richtiges Feuer haben.

Zunächst sind wir also auf die Suche nach dem richtigen Material zum Anzünden des Feuers gegangen. Dann standen uns auch noch verschiedene Werkzeuge zum Feuermachen zur Verfügung. Die klassischen Streichhölzer zum Beispiel. Robin hat damit ratzfatz ein kleines Feuerchen in Gang gekriegt.

Wir haben auch die "Strike-anywhere-matches" ausprobiert, die ich aus Kanada mitgebracht habe. Sie haben einen Kopf aus weißem Phosphor, der sich quasi an jeder rauen Oberfläche entzündet. In Westernfilmen sieht man manchmal, wie sich die Cowboys eine Zigarette anstecken, indem sie das Streichholz an ihrem Stiefel entlangziehen. Diese Streichhölzer werden heute nur noch für solche Späße hergestellt. Die normalen Streichhölzer sind Sicherheitsstreichhölzer, die nur in Kombination mit dem Anrisspapier auf der Streichholzschachtel funktionieren.

Außerdem konnten wir versuchen, mit dem Magnesiumstab Feuer zu machen. Durch die Reibung mit dem Stahl entstehen bis zu 3000°C heiße Funken. Die aber dann auch noch in ein Feuer zu verwandeln ist trotzdem nicht so einfach. Am leichtesten geht es mit Baumwollwatte. Nur, dass die ja meist nicht in unserer Landschaft rumliegt, und dieses Feuerset ja eigentlich für den Abenteurerrucksack entwickelt wurde.

Genauso gut gehen aber auch andere Pflanzen mit wolligem Fruchtstand. Diese Pflanzenwolle bauschen wir ein bisschen auf, bevor wir unsere Funken darauf regnen lassen. Aber dann kommt auch schon die nächste Herausforderung: die Wolle glimmt einmal kurz auf und ist sehr schnell wieder verglüht. Wir müssen schon das nächste Material, sehr trockenes Gras oder sehr feine Hölzchen, parat halten und gleich nachlegen, damit aus den Funken eine Flamme wird.

Und jetzt wird es richtig spannend: Nico zeigt uns, wie man in der Steinzeit Feuer gemacht hat. 

Das wichtigste dabei ist die Vorbereitung:

zunächst wird das Brett vorbereitet, auf dem wir bohren wollen. Die glimmenden Späne müssen von dem Brett fallen können, und werden dann auf einer Pappe aufgefangen. Dafür sind die Kerben an den Mulden.


Außerdem soll ja möglichst viel Reibung entstehen, denn durch diese entsteht ja erst die Hitze. Also werden der Stock mit dem gebohrt wird und die Mulde mit dem Messer angeraut. Ganz entscheidend ist auch, dass man sich vorher alles gut zurecht gelegt hat. Denn die Späne wird nur hauchfein glimmen, und braucht sofort Nahrung!

Und dann geht es richtig los: Der Stock wird in den Bogen gespannt, mit einem Stein nach unten gedrückt (um die Hände zu schonen) und dann zieht Nico den Bogen bis es qualmt. 

Der Rest geht dann gleichzeitig ganz schnell und doch ganz behutsam. Die glimmende Späne wird zusammengeschüttet, mit einem Hauch Sauerstoff versorgt und in das trockene Gras gegeben. Dann wird das Glutnest hin und her gewogen, wie ein Baby, um ganz vorsichtig den für das Feuer so wichtigen Sauerstoff einzubringen ohne die Flamme auszupusten. Und erst wenn der ganze Grasbüschel brennt, kann Nico gröberes Brennmaterial dazugeben.

Nachmachen kann das so auf Anhieb keiner von uns. Aber faszinierend war es schon, dabei zuzugucken!


Und zum Abschluss gibt es dann auch noch ein großes Feuer. Und Stockbrot für alle!

Hier könnt ihr euch noch mal alle Bilder angucken, die ich an diesem Tag gemacht habe:

Bilder und Text: Doris Heller

Der Kreisverband Bergstraße ist eine Untergliederung des NABU Landesverbandes Hessen.

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Wir suchen bis zum 31.10.2017 die schönsten Bilder am 

Steyschen Vogelfutterrahmen.

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