09.07.2015 - Bäume und ihre Blätter

Im Juli haben wir uns aufgemacht, die verschiedenen Bäume am Naturschutzzentrum einmal genauer zu betrachten. Aufgefallen ist uns dabei vor allem eins: obwohl der Begriff "Baum" im Kopf schon ein recht genaues Bild erzeugt, unterscheiden sich die Bäume doch sehr voneinander!

Zunächst stellen wir fest, welche Merkmale ein Baum auf jeden Fall aufweisen muss, um ein Baum zu sein: einen Stamm, auf welchem, mit ihren Ästen, Zweigen und Blättern, die Krone sitzt. Damit der Baum nicht umkippt, gräbt er seine Wurzeln in die Erde und hält sich dort fest. Die Wurzeln haben aber noch eine andere wichtige Aufgabe: sie nehmen Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf. Auch die Blätter sind sehr wichtig: in ihnen findet die Photosynthese statt. Hier wird deutlich, wie wichtig Pflanzen, wegen ihrer Größe insbesondere Bäume, für uns Menschen sind. Denn bei der Photosynthese wird das Kohlendioxid (das wir ausgeatmet haben) zusammen mit dem Wasser, das durch die Wurzeln und die vielen Transportkanäle im Holz  in die Blätter gelangt ist, Traubenzucker und Sauerstoff erzeugt. Den Traubenzucker braucht der Baum selber - hieraus entsteht neues Holz, der Baum möchte schließlich wachsen. Den Sauerstoff kann der Baum nicht gebrauchen. Ihn stößt er aus, und stellt ihn damit uns zum Atmen zur Verfügung.

Bäume haben auch Blüten, aus denen dann Samen wachsen mittels derer sich der Baum fortpflanzen kann. Manche Bäume, wie die Eiche, setzen darauf, dass hungrige Tiere sich die Samen schnappen und irgendwo fallen lassen oder als Wintervorrat verstecken und dann vergessen. Diese Linde hier hat einen anderen Trick: ihre Samen sind mit einem Hochblatt verwachsen, das wie ein kleiner Flügel wirkt und die Samen im Wind fortträgt.

Jetzt geht es los! Auf dem Naturschutzzentrum und dem angrenzenden Gelände stehen viele Bäume. In Zweier- bis Dreiergruppen sollt ihr möglichst viele verschiedene Blätter finden.

Diese Blätter sehen aber gar nicht gut aus! In diesem Baum sitzt die Schwarze Kirschenblattlaus. Diese kleinen Parasiten stechen mit Saugrüsseln die Blätter an und saugen den Saft heraus. Dort, wo diese Blattläuse vorkommen, sieht man häufig auch Ameisen den Stamm hoch- und runterklettern. Die Ameisen "melken" die Blattläuse, die ja  mit dem zuckrigen Blättersaft vollgesaugt sind. Als Gegenleistung verteidigen die Ameisen die Blattläuse gegen Vögel. In manchen Gärten sieht man deshalb, dass die Stämme der Bäume mit klebrigen Leimringen umwickelt sind. Diese sollen die Ameisen am Hochkrabbeln hindern - und so den Vögeln freien Zugang zu der Nahrungsquelle Blattlaus gewähren. Ein biologischer Pflanzenschutz also, den man auf jeden Fall ausprobieren sollte, bevor man anfängt, Gift gegen die Blattläuse zu spritzen.

Nico zeigt uns noch etwas ganz Gewagtes: er fängt eine Hummel und hält sie zwischen den Fingern, ohne gestochen zu werden!

Das Geheimnis dieser Aktion ist schnell gelüftet! Stechen können nur die weiblichen Hummeln, und wenn man sich, wie Nico, mit Insekten auskennt, erkennt man den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Hummeln. Die Männchen haben nämlich kürzere Fühler. Aber bevor ihr das nachmacht, solltet ihr euch schon sicher sein - ein Hummelstich tut ganz schön weh!

Der Ahorn ist auch ein Baum, der seine Samen fliegen lässt. Wie kleine Propeller segeln sie durch die Luft. Spaltet man die Samen, kann man sie sich auf die Nase klemmen.

Wie immer haben wir nicht nur für unser Thema Augen und Ohren offen! Der Wanderfalke, den wir in diesem Sommer schon ein paar Mal gesehen haben, ist heute auch wieder da und schaut uns vom Strommasten aus zu. Gar nicht so einfach, ihn durch das Fernglas zu entdecken!

Zurück am NZB begutachten wir all die verschiedenen Blätter, die wir gefunden haben. Sie wollen wir in einen Ordner kleben und so ein "Baumbuch" anlegen. Besser wäre es gewesen, die Blätter erst einmal zu pressen und zu trocknen. Aber da wir nur den einen Termin für Bäume und Blätter haben, improvisieren wir, und kleben die frischen Blätter mit Klebefolie fest. 

Damit es schön aussieht, und die Blätter auch gut festkleben, rollen wir sie mit einem Rollholz platt, bevor wir sie festkleben.

Und dann fehlt natürlich noch die Beschriftung. Wir wollen ja schließlich lernen, zu welchem Baum welches Blatt gehört. Dazu hat Nico einige Bücher mitgebracht, in denen wir nachschlagen können. Wir stellen fest, dass es für die verschiedenen Blattformen feste Begriffe gibt, nach denen wir dann im Baumführer suchen können. So werden die Blätter z.B. als herzförmig, gefiedert, eiförmig, gelappt etc. bezeichnet. Es ist auch wichtig, den Blattrand zu betrachten: ist er glatt, wellig, behaart...? 

Und je mehr verschiedene Blätter wir auf diese Weise bestimmen, desto faszinierter sind wir über die große Vielfalt, die die Bäume zu bieten haben!

Wenn ihr das nächste Mal mit euren Eltern draußen seid, und ihr seht einen Baum, den ihr gerne bestimmen möchtet, könnt ihr das genauso machen, wie wir heute:

Genau hinschauen, eventuell ein Blatt mitnehmen und zuhause im Buch nachschlagen. Euer Bäumebuch könnt ihr nach Herzenslust weiterführen. 

Hier könnt ihr euch noch mal alle Bilder angucken, die ich an diesem Tag gemacht habe:

Bilder und Text: Doris Heller

Der Kreisverband Bergstraße ist eine Untergliederung des NABU Landesverbandes Hessen.

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