03.04.2016 - Exkursion in den Einhäuser Bruch

Einen Einblick in die Naturschutzarbeit im Einhäuser Bruch hat Bernd Reif bei dieser interessanten Exkursion gegeben.

Der Einhäuser Bruch zeichnet sich durch viele Senken aus, in denen vor allem in den regenreicheren Jahreszeiten häufig Wasser steht. Diese Feuchtgebiete sind Anziehungspunkt für eine beachtliche Vielfalt an Vögeln, die nicht nur die feuchten Wiesen, sondern auch die damit einhergehende Vegetation aus ausgedehnten Schilfflächen, offenem Grasland und extensiv genutzten Äckern bevorzugen.

Trotz des angenehmen Wetters ist die Gruppe, der Bernd Reif das Gebiet, das der Vogelschutz- und liebhaberverein Einhausen e.V. pflegt, schützt und, wenn möglich, erweitert, zeigt, überschaubar klein.

Umso schöner für die Teilnehmer, denn wir bekommen eine von großer Expertise und Leidenschaft geprägte Führung, die uns sehr beeindruckt.

Ein Highlight erwartet uns an einer Wiese, in der die Schwarzkehlchen vereinzelt stehende Sträucher als Singwarten nutzen. Sehr exponiert waren nicht nur die männlichen Sänger - die Weibchen waren meist nicht weit.

Und da Bernd jeden einzelnen Quadratzentimeter "seines" Gebietes kennt, weist er uns auf noch mehrere interessante Stellen hin, und so bekommen wir - wenn auch nicht so nah wie die Schwarzkehlchen -  auch noch Kiebitze zu Gesicht und hören Baumpieper rufen.

Zur Zeit des Vogelzugs ist in dem Gebiet des Einhäuser Bruchs noch einiges mehr los. dann tummeln sich Kampfläufer, Grünschenkel, Uferschnepfen und Co. in den flachen Gewässern, rasten und tanke Kraft für die weitere Reise.

 

In der jüngeren Vergangenheit sind vermehrt Diskussionen um diese Flächen aufgekommen, denn primär haben sie für den Menschen kaum einen Nutzen - im Gegenteil, sie behindern die Landwirte bei ihrer Arbeit, da Felder nur dort bewirtschaftet und mit schweren Maschinen befahren werden können, wo der Untergrund trocken und fest ist. Als schnelle Lösung für solche Probleme diente die Verfüllung der Senken. Doch mit ihrem Verlust haben auch die oben genannten Vögel ihren Lebensraum, bzw. ihre Trittsteine verloren. 

Um diesen Interessenkonflikt beizulegen, gab es bereits eine Begegnung aller Beteiligten zur offenen Aussprache. Leider gab es so schnell weder Einigung noch Lösung, aber wir hoffen natürlich, dass, ganz nach dem Motto des NABU - für Mensch und Natur - die Gesprächsbereitschaft erhalten bleibt, bis eine Lösung ausgearbeitet werden kann, von der alle profitieren.

Der Verein pflegt neben den durch Absenkung der Landschaft natürlich entstandenen Wasserlachen auch künstlich angelegte Kleingewässer, in denen vor allem Amphibien einen Lebensraum finden sollen. 

Das Repertoire des Vereins erstreckt sich neben der Pflege von Streuobstwiesen und Feldgehölzen seit 1996 auch über ein Fledermausschutzprogramm. Beeindruckend ist daneben auch die Jugendarbeit, die hier geleistet wird.

Weitere Informationen über die Arbeit des Vogelschutz- und liebhabervereins Einhausen e.V. finden Sie hier:

www.vle-einhausen.de

 

Reinschauen lohnt sich! Dort sind auch Termine für weitere Führungen, Veranstaltungen etc. aufgelistet. 

Und hier noch einmal alle Bilder, die während der Exkursion entstanden sind:

Bilder: Nicolas Chalwatzis, NABU Kreisverband Bergstraße

Der Kreisverband Bergstraße ist eine Untergliederung des NABU Landesverbandes Hessen.

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